Kochen für "Auserwählte"
An einem der zahlreichen Telefonabenden mit meinem Webmaster
aus Stuttgart fragte mich Henry, ob ich auch Kochkurse für Männer mache.
Da ich ab und zu auch seine Freundin am Telefon habe, mit der ich mich
dann über Zubereitungsarten ausgiebig unterhalte, weiß ich über Henry`s
Fähigkeiten am Herd bestens Bescheid.

Diese Herausforderung
konnte ich mir nicht entgehen lassen, deshalb habe ich Ihm auch gleich
zugesagt und innerhalb der nächsten Tage eine "Truppe" zusammengestellt,
die ähnliche Voraussetzungen hat wie "Er". Kurz gesagt,
alles "Spezialisten", welche ich Euch kurz vorstellen will:
- Akteure:
- Heiner Oberle: Narrenvater von Wolfach, Kosenamen "Kugelfischle
Lurchi"
- Werner Wiegand: an Fasnacht "Graf von Wolva", genannt
"Wigges"
- Claus Erdmann: Mitsubishi-Händler in Wolfach, genannt "Japaner
Erde"
- Wilfried Wille: Clubhaus Wirt in Oberwolfach, genannt "Whisky"
- Stefan Wille: sein Sohn, Formenbauer in der Glashütte in Wolfach
- Heinrich Vogt: Webmaster aus Stuttgart, genannt "Henry"
- Klaus Heitzmann: Biker-Wirt "Lindi"
Wigges und Heitzmann jun. beim Zwiebeln schälen.
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Es
war übrigens Montag, der 15. März 1999.
Ein
denkwürdiger Abend, ...
... der besser wurde als ich dachte.
Zu
machen war für die Suppe: eine klare Brühe, ich hatte sicherheitshalber
schon eine vorbereitet, was sich später aber als unbegründet
herausstellte. Alles stand gebannt am Herd, während ich
Ihnen die Herstellung erklärte.
Danach
ging es an das schälen der Zwiebeln, schneiden, dünsten
und flambieren mit Cognac.
Die
Crew arbeitete zu meiner Überraschung sehr gut, hochmotiviert
und konzentriert. Da ich 2 Jahre als Ausbilder in einem
großen Hotel gearbeitet habe, kann ich mir ein Urteil erlauben.
Für
die Vorspeise, das kochen und schneiden von Kalbfleisch,
ansetzen der Sauce, fertigmachen und warm stellen.
Dann
der große Akt:
Heiner Oberle, Wolfachs größter Aquariumfischer
hat einen gefrorenen Aal mitgebracht und ich soll Ihm die
Zubereitung erklären. Zu meinem Entsetzen wurde beim Einfrieren
alles vergessen, was man beachten sollte. Kurz gesagt, der
Aal hatte Frostbrand und das komplette Vorfach, inklusive
Angelhaken noch im Maul.
Für so viel Schlamperei mußte er erst mal einen Rüffel von
mir einstecken, was bei den übrigen Teilnehmern für allgemeines
Gelächter sorgte. Der Aal wurde nun abgezogen und gedünstet.
Das Herstellen der Sauce mußte er nun selber machen, da
er es beim Ragout fin schon gesehen hatte. Nachdem er den
frischen Dill klein geschnitten und der Sauce beigegeben
hatte, konnte sich das Resultat sehen lassen. Konsistenz,
Farbe, Geschmack und Aussehen: gut bis sehr gut.
Alles
steht danach beim Lachs, den ich in der vorigen Nacht bei
"Rungis" in Straßburg mit allem Gedärm ersteigert
hatte. Damit von den Leuten mindestens einer die Chance
hat, das Filetieren eines Lachses zu erlernen, habe ich
diesen in der Mitte gespalten. Heiner sollte als Angler
der Glückliche sein. Leider hat Heiner beim Filetieren seiner
Hälfte meine Ratschläge und Anweisungen nicht beachtet,
so daß wir schnell noch einige Meter Verbandspflaster in
der benachbarten Linden-Apotheke ordern mußten.
Zu meiner Überraschung kam allgemeines Gelächter auf. Ob
es wohl Schadenfreude war ?!
Nun
galt es den frischen Spargel zu schälen. Es war übrigens
die einzige Arbeit, wozu sich Whisky freiwillig gemeldet
hat. Whisky, Henry und Stefan übernahmen das Putzen und
Richten des Gemüses für die Salate.
Ich
denke mir, manch einer hatte Schwierigkeiten mit den Kartoffeln.
Aufgabe war nämlich, Kartoffel schälen und schneiden, in
Form von Halbmonden. Kleine Lästereien über den dabei produzierten
Abfall waren nicht zu überhören.
Der
Safranreis wurde angesetzt und die Sauce Hollandaise aufgeschlagen.
Alles wurde hervorragend gemeistert.
Nach
3,5 Stunden harter und schweißtreibender Arbeit war das
Werk vollbracht und es ging ans Essen.
Als
erstes die überbackene Suppe, dann das Ragout fin, danach
der Salat, darauf der Fisch, wobei zu erwähnen sei, daß
sich Henry als Kellner auch nicht schlecht machen würde.
Ihn habe ich nämlich ausgesucht, mir beim Anrichten und
Servieren zu helfen.
Seit diesem Abend verstehe ich nicht die Worte seiner Freundin,
die mal was von einem "gastronomischen Embryo"
sagte. Dieser Mann "wächst" mit seiner Aufgabe.
Überrascht war ich allerdings, daß er als eingefleischter
Apfelsaftschorle-Fan an diesem Abend zwei Pils getrunken
hat. War für mich eine neue Erfahrung.
Allen
hat es geschmeckt und viel Spaß gemacht, mir natürlich auch.
Meiner Meinung nach wäre es ein Fehler, es nicht zu wiederholen.
Wir brachten zwar die Putzfrau zur Verzweiflung, der Abend
war dafür einfach toll. Vielleicht hat einer von Euch im
"Netz" Lust mitzumachen und setzt sich mit uns
in Verbindung. Wegen der tollen Erfahrung mit Henry freuen
wir uns auf weitere PC-Spezialisten - ist aber keine Voraussetzung...
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Wigges, Heitzmann jun., Stefan und Claus.
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Henry und Whisky beim vorbereiten der Sauce Hollandaise
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Klaus "Maître de cuisine" Heitzmann.
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Claus, der mit einer Gurke kämpft ...
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Wigges und Klaus beim Umfüllen.
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Heiner hat sich vom Fingerschneiden erholt und erzählt wieder
Stories, die eigentlich keiner hören möchte.
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Wigges, Heiner, Claus und Stefan vor dem Hauptgang.
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| Französische
Zwiebelsuppe |
Blätterteigpastetchen
mit Ragout fin und Sauce Hollandaise |
Lachsschnitte
vom Grill
mit Baerlauchbutter, frischem Stangenspargel, Safranreis und
tournierten Kartoffeln |
Wigges
hat in seinem anschließenden Urlaub in "Bella Italia" ein
paar Reime zusammengestellt und mir zukommen lassen. Ich will sie
Euch nicht vorenthalten:
Der Biker Wirt
"Lindi" lädt zum Kochen ein,
es sollen aber nur AUSERWÄHLTE sein!
Aus Wolfach fahren
6 Zentner im 500-er an,
sie wollen kochen, essen und viel FUN!
Coiffeur Heiner
"Kugelfischle"
"Japaner Erde" Claus
Gräflicher "Wigges" zu Wolva
In Oberwolfach
hat sich`s rumgesprochen
daß der "Lindi" läßt heut` kochen.
Quasi über d`Stroß
kommen Wille klein und groß
Stefan Wille und Wille "Whisky" Wilfried
Aus dem Schwabenlande
angelockt
kommt Heinrich "Henry" Vogt.
Er hat den Foto
stets zur Hand
und alles auf den Film gebannt.
Der "Lindi"
hat vorbereitet schon in der Früh
das von Ihm komponierte Menü:
Französische Zwiebelsuppe
Blätterteigpastetchen
mit Ragout fin
und Sauce Hollandaise
Lachsschnitte vom
Grill
mit Baerlauchbutter
frischem Stangenspargel
Safranreis
tournierte Kartoffeln
Salate der Saison
Der "Lindi"
nun ganz "maître de cuisine"
stellt jeden an seine Arbeit hin.
"Lurchi" Heiner wickelt aus dem Schal
einen mitgebrachten, steifgefrorenen Aal.
Der hat noch Angelhaken und Beulen vom Frost,
was den "Maître" sehr erbost.
Das scharfe Messer
gleitet ab vom Aales-Rand
und schneidet in die sensible Coiffeur Hand.
Die Crew braucht
alle Konzentration
und arbeitet mit viel Präzision.
Es wird geschnitten, gerührt, erhitzt und geschlagen,
der "Maître" hat Antworten auf alle Fragen!!
Als die große Leistung
ist vollbracht
schreiten wir zur Essen`s Schlacht.
Erlesener Wein
und kühles Bier
"Lindi" Klaus
wir danken Dir!
Texte:
Wiegand Werner, Klaus Heitzmann
Digitalfotos: Henry Vogt
© Klaus Heitzmann, 15.03.1999

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