Zurück zur ÜbersichtBrandenkopf

Feuersbrunst gibt Gipfel den eigentümlichen Namen - Brandenkopf dient Land- und Luftwanderen als Orientierung.

Brandenkopf aus der Luft

Im Koordinatennetz ist der König der heimischen Berg, der Brandenkopf, nüchtern mit E 8 Grad, 9 Minuten, 20 Sekunden; Nord 48 Grad, 20 Minuten und 23 Sekunden angegeben. Mit seinen 932 Metern ist er der höchste Berg des mittleren Schwarzwaldes, der heute wegen seiner technischen Einrichtungen weithin sichtbar ist.
Es gibt nur wenige so dominante Berge im Schwarzwald wie den Brandenkopf, von dem aus sich eine herrliche Fernsicht bietet - bei günstiger Wetterlage sind die Alpen zu sehen. Schon immer hatte der Brandenkopf eine besondere Anziehungskraft, zumal die Gemarkungsgrenzen von Oberharmersbach, Fischerbach und Hausach zum Kopf hinauf reichen. Der Gipfel selbst gehört zu Oberharmersbach, das Wasser kommt von Hausach: Wege und Straßen führen heute von überall her auf den Brandenkopf.
Der Namen Brandenkopf erhielt der Berg wegen eines großen Waldbrandes im Jahre 1730. Bis dahin hieß der Berg "Varnlehenskopf". Daran erinnert heute noch der "Farlehensweg" auf Oberharmersbacher Seite. Nach dem Waldbrand nannte man den Berg "Brennetenkopf ", aus dem der heutige Brandenkopf wurde.
Die Aussicht von dem überragendem Berg war seit jeher gut. Dies war Grund dafür, erst ein hölzernes Gerüst, später einen hölzernen Turm und 1929 den heutigen steinernen Turm zu bauen.
Zunächst wurde, um Wanderern und Waldarbeitern Unterschlupf zu bieten eine Schutzhütte auf dem Gipfel errichtet. Heute befindet sich dort ein Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit. Wandert man vom Tal auf den Berg, ist es, gleich von welcher Seite man kommt, eine ordentliche Tour. Der unbestrittene "Bergkönig", an den heute noch ein Bild im Gasthaus erinnert, ist der Hausacher Otto Fuggis, geboren am 21. März 1897, der im Jahre 1977 verstarb. Er hatte den Berg 624 Mal von Hausach aus erwandert. Als Lokführer war er oft nachts unterwegs und nützte dann den Tag für seine Brandenkopf-Tour.
Mit dem Einzug von Funk und später des Fernsehens fand die Bergkuppe eine weitere Nutzung. Zunächst waren es Polizisten, die vom Berg aus versuchten, die Funklöcher der Schwarzwaldtäler zu überwinden. Aus diesen Erkenntnissen heraus wurde der erste Fernsehturm erbaut, der später durch den heutigen, 125 Meter hohen Turm, ersetzt wurde. Auch die Windkraftanlage profitiert von der dominanten Lage des Berges, der vom Wind von allen Richtungen angeblasen wird. Je nach Wetterlage lassen sich auch thermische Winde nutzen.
Aber nicht nur Wanderer mit Bergstiefeln steuern diesen Berg an, er wird viel von Luftwanderern angeflogen: von Segelfliegern oder von Motorfliegern, denen die Türme und die Windkraftanlage gute Orientierung bieten. So dient der Brandenkopf bei Fliegern oft als Wendepunkt bei Wettbewerben, auf nationaler wie internationaler Ebene. Oftmals wird der Berg von bis zu 50 Maschinen angesteuert. Während des Wettbewerbs dürfte allerdings keine Muße vorhanden sein, die Sicht zu genießen, denn da bedeutet Zeit kostbare Punkte für die Plazierung.
Text und Foto von Helmut Selter.

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